Arbeit mit Gruppen
Aus der gemeinsamen ambulanten psychotherapeutischen Arbeit mit Jan Kiesewetter heraus entstand im Herbst 2021 das erste Konzept für die verhaltenstherapeutische Umsetzung der Gruppenpsychotherapeutischen Grundversorgung. Diese neue ambulante psychotherapeutische Leistung traf in der Praxis auf viele Anfragen von Patient:innen, die zeitnah psychotherapeutische Unterstützung bei den unterschiedlichsten psychischen Beschwerden brauchten, die aber keinen Platz für Einzeltherapie fanden. Aus diesem Grund entwickelten wir eine psychoedukative Gruppentherapie für vier Sitzungen, die eine niedrigschwellige Einführung in Gruppentherapie und eine erste Einführung in zentrale Strategien und Wirkmechanismen der Verhaltenstherapie bietet. Mit der Veröffentlichung dieses Manuals möchten wir ambulant behandelnden Kolleg:innen die Möglichkeit bieten, die Gruppenpsychotherapeutische Grundversorgung selbst anzubieten und den organisatorischen und Vorbereitungsaufwand dafür zu minimieren.

Gruppenpsychotherapie
Teil einer Gruppe zu sein ist herausfordernd und bereichernd gleichermaßen. Die reine Anwesenheit und der Kontakt mit anderen Menschen machen etwas mit uns. In vielen unterschiedlichen psychotherapeutischen Gruppensettings durfte ich miterleben, wie bewegend gegenseitiges Verständnis, Anteilnahme und Unterstützung, aber auch ehrliches Feedback, gegensätzliche Meinungen und andere Lösungsansätze von anderen, meist relativ fremden, Personen sein können. Der Wunsch nach Verbundenheit und Gemeinschaft einerseits und der Wunsch nach Abgrenzung und Individualität andererseits stellen ein interessantes und lehrreiches Spannungsfeld in der Gruppentherapie dar.
Seit Beginn meiner psychotherapeutischen Arbeit habe ich in verschiedenen Kliniken Erfahrungen in der therapeutischen Arbeit mit Gruppen gesammelt. In Kombination mit der theoretischen und praktischen Ausbildung im Rahmen der Zusatzqualifikation für verhaltenstherapeutische Gruppentherapie ist meine Leidenschaft für die therapeutische Arbeit mit Gruppen entstanden.
Genauso wie es Patient:innen häufig Überwindung kostet, sich in eine Gruppensituation zu begeben, kann es auch für Therapeut:innen eine Herausforderung sein, eine Gruppentherapie zu organisieren und anzuleiten. Die Gruppenpsychotherapeutische Grundversorgung kann daher für beide Seiten einen guten Einstieg darstellen.